29. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl 2016

Quelle: www.bmub.bund.de
Foto: Dr. Markus Büchler

Am 26. April 1986 explodierte der Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Sie gilt als die schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten.

Grundlegende Mängel in der Konstruktion des Reaktors sowie Planungs- und Bedienungs- fehler bei einem Versuch bewirkten einen Super-GAU. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele Regionen Europas.

Noch heute sind weite Landstriche kontaminiert. Die Umgebung des Reaktors im Umkreis   von 30 Kilometern ist nach wie vor Sperrgebiet. Die übrigen Reaktorblöcke 1 – 3 wurden endgültig abgeschaltet und werden derzeit stillgelegt.

Absolute Priorität hatte nach dem Unfall der schnellstmögliche Einschluss des radioaktiven Materials, um eine weitere Ausbreitung von Radioaktivität zu verhindern: Innerhalb von we- nigen Monaten wurde der heute noch existierende Sarkophag gebaut. Allerdings wird dieser zunehmend marode, seine Lebensdauer ist auf 20 bis 30 Jahre begrenzt. Bei einem Einsturz würde erneut Radioaktivität freigesetzt. Um die Atomruine dauerhaft zu sichern, unterstützt die internationale Gemeinschaft die Ukraine daher seit 1997 bei der Erstellung der neuen Schutzhülle mit dem Ziel einer sicheren Umschließung des Reaktors und eines späteren Rückbaus.

Die neue Schutzhülle über Block 4, der sogenannte sichere Einschluss mit ihren imposanten Ausmaßen von 257 Metern Spannweite, 162 Metern Länge und 108 Metern Höhe soll die Atomruine sichern.